Gaspreisentwicklung

Gaspreisentwicklung: Damit sollten Sie rechnen!

Das deutsche Erdgasaufkommen stammt zu ca. 95 % aus Importen.  Die wichtigsten Herkunftsländer sind Russland, Norwegen und die Niederlande. Rund 5 % werden im Inland gefördert. Etwa 26 % des Erdgasaufkommens werden exportiert.  Auf Basis der langen Reihe der Energiepreisentwicklung des Statistischen Bundesamtes zeigt der Index der Erzeugerpreise für das Kundensegment Handel und Gewerbe über die letzten 10 Jahre eine uneinheitliche Entwicklung.

Die Gaspreisentwicklung der letzten 10 Jahre war gekennzeichnet von einem Anstieg der Erdgaspreise im Zeitraum von 2010 – 2014 um 14, 7%. l. In den Jahren von 2015 – 2020 ist der Erdgaspreis um 6,7 % gefallen. 

Der Erdgaspreis für einen durchschnittlichen Gewerbekunden setzt sich im Jahr 2021 aus mehreren Preiskomponenten zusammen:

  • Netzentgelt 26,2 %

  • Messung + Messstellenbetrieb 0,9 %

  • Konzessionsabgabe 0,9 %

  • CO2-Abgabe 9,4 %

  • Erdgassteuer 11,6 %

  • Energiepreis 51,0 % 

Bei den Gewerbekunden lag das arithmetische Mittel beim Netzentgelt inklusive der Entgelte für Messung und Messstellenbetrieb zum Stichtag 1. April 2021 bei 1,28 ct/kWh (2020: 1,27 ct/kWh).

Mit Inkrafttreten des Brennstoffemissionshandelsgesetzes wurde 2021 ergänzend zu dem europäischen Emissionshandelssystem der erste Schritt in ein nationales CO2-Zertifikatehandelssystem für die Bereiche Verkehr und Wärme eingeführt, die nicht dem europäischen Handelssystem unterfallen. Der Gaspreis stieg dabei um rund sechs Prozent. Die gesetzliche Regelung sieht eine stufenweise jährliche Erhöhung der CO2-Bepreisung bis 2026 vor.

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Gaspreisentwicklung 2021 – Die wichtigsten Fakten auf einen Blick!

2021 ist der Erdgaspreis für Gewerbekunden  um 4,87 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Er liegt ohne Umsatzsteuer bei  4,74 ct/kWh. Der Gaspreis und dessen Verlauf bzw. die Gaspreisentwicklung über die letzten  5  Jahre ist somit vergleichsweise stabil . Waren die Gaspreise im Jahr 2015 doch mit  5,09 ct/kWh noch deutlich höher als sie es heute sind. Allerdings konnte im Jahr 2018 ein niedriger Preis von  4,40 ct/kWh verzeichnet werden.

TAGESAKTUELLE WERTE

GASPREISENTWICKLUNG
ERDGAS TERMINMARKTPREISENTWICKLUNG
Erdgas Spotmarktpreisentwicklung

Gaspreis & Prognose: Die Gaspreisentwicklung 2022

Die Gaspreisentwicklung bzw. die Höhe der Gaspreise für die Verbraucher hängt in erster Linie von den Beschaffungskosten für Erdgas ab.

Gut 67 Prozent des nach Deutschland importierten Gases stammen aus Russland (inkl. GUS). Der Füllstand der Gasspeicher lag zum 31. Oktober 2021 bei 71,3 Prozent und damit deutlich unter den durchschnittlichen Füllständen der vergangenen Jahre zu diesem Zeitpunkt. Dieser Effekt resultiert fast ausschließlich aus dem extrem niedrigen Füllstand derjenigen Speicher, die dem Betreiber Gazprom gehören. Andere Marktakteure haben hohe Mengen Gas gespeichert, obwohl die Gaspreisentwicklung in diesem Jahr keine großen Anreize zur Speicherung setzte.

Die niedrigen Speicherfüllstände hängen auch mit der Gaspreisentwicklung in diesem Jahr zusammen. Nicht nur in Europa, sondern weltweit sind die Gaspreise stark gestiegen. Die Ursachen dafür sind vielschichtig.

Zum einen zieht nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie weltweit die Konjunktur wieder an. Damit ist auch die Nachfrage nach Energierohstoffen stark gestiegen.

In Europa war insbesondere das Frühjahr 2021 noch sehr lange eher kalt und sorgte für eine deutliche Verlängerung der Heizphase, in der insbesondere die Speicher stark entleert wurden. Der russische Lieferant Gazprom hat in diesem Jahr neben den vertraglich vereinbarten Mengen kaum zusätzliche Mengen auf den Europäischen Markt gebracht. Hier kamen ebenfalls mehrere Gründe zusammen. So wurden auch in Russland die inländischen Speicher durch den langen Winter stark entleert und mussten ebenfalls wieder befüllt werden. Zusätzlich brannte es im August in einer Aufbereitungsanlage im Bereich der Gasförderung auf der Jamal-Halbinsel, so dass die Mengenverfügbarkeit auf der Jamal-Route eingeschränkt war.

Dies alles erzeugte in jedem Fall Knappheitssignale auf den Europäischen Gasmärkten. Diese Knappheitssignale sorgen dafür, dass der Gaspreis auf den Europäischen Märkten steigt und sich damit den Preisen für LNG, das weltweit gehandelt wird, annähert. Dies hat wiederum zur Folge, dass LNG-Lieferungen Europa erreichen und mit ihren Mengen preissetzende Wirkung entfalten. Da LNG aufgrund der oben genannten Gründe aktuell sehr teuer ist, treiben die hohen LNG-Preise die Erdgaspreise auf den Europäischen Gasmärkten insgesamt weiter nach oben.

Speziell in Deutschland hat sich die Gaspreisentwicklung bemerkbar gemacht; die Gasnachfrage hat sich dadurch erhöht, dass ein windarmes und sonnenarmes Jahr zu einem erhöhten Einsatz der Gaskraftwerke geführt hat.

Die hinteren Jahre in den Terminmärkten weisen hohe Preisabschläge gegenüber dem Jahr 2022 auf. Die Situation für das Lieferjahr 2022 kann z.B. durch höhere Gasflüsse aus Russland, durch die Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2, höhere Exporte auf den bestehenden Pipelines , sowie  durch höhere LNG-Importe entspannt werden.

Quellen: Statistisches Bundesamt und Monitoringbericht 2021 der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes

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